Aasee-Festival: Wir fordern Aufklärung nach Aussage von Wolfgang Westhoff

„Ich werde dafür sorgen, dass 2027 kein Aasee-Fest stattfindet“

Die Wählergemeinschaft Soziale Liste Bocholt fordert eine öffentliche Klärung der Zukunft des Aasee-Festivals 2027. Anlass ist eine WhatsApp-Nachricht, die der Vorsitzende der Sozialen Liste, Rainer Sauer, am Samstagabend während des laufenden Aasee-Festivals von Wolfgang Westhoff erhielt.

Die Nachricht wurde am 15. August 2026 um 20:46 Uhr übermittelt. Darin heißt es:

„Ich werde dafür sorgen das 2027 kein Aasee Fest stattfindet! Machen Sie es ohne Lieferanten“

Die Nachricht wurde anschließend vom Absender gelöscht. Sie liegt der Sozialen Liste jedoch gesichert vor.

Wolfgang Westhoff steht nach öffentlich zugänglichen Angaben im Zusammenhang mit der Stadtmarketing Beteiligungs Gesellschaft GbR (Getränke Westhoff / Getränke Nienhaus-Lensing) und damit mit der Gesellschafterstruktur der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft Bocholt, die das Aasee-Festival veranstaltet.

Für die Soziale Liste ist deshalb eine zentrale Frage: Welche Bedeutung hat diese Aussage tatsächlich und welchen Einfluss besitzt Wolfgang Westhoff beziehungsweise die von ihm vertretene Gesellschaft auf die Zukunft des Aasee-Festivals?

„Wir unterstellen Herrn Westhoff ausdrücklich nicht, dass er tatsächlich allein über die Zukunft des Aasee-Festes entscheiden kann. Genau das wollen wir jetzt aber wissen“, erklärt Rainer Sauer.

Die Stadtverordnete Bärbel Sauer hat deshalb heute für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 9. September 2026 eine schriftliche Ratsanfrage eingereicht.

Darin soll unter anderem geklärt werden:

– ob der Stadt beziehungsweise der Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketing Gesellschaft die Aussage bekannt ist,

– welche Funktion und Einflussmöglichkeiten Wolfgang Westhoff tatsächlich besitzt,

– ob er die Aussage persönlich oder im Namen beziehungsweise Interesse der von ihm vertretenen Gesellschaft gemacht hat,

– ob es bereits Gespräche oder Überlegungen gibt, das Aasee-Festival 2027 nicht durchzuführen,

– und wer letztlich über die Durchführung des Festivals 2027 entscheidet.

Bärbel Sauer: „Unsere Anfrage ist keine Vorverurteilung. Wir wollen wissen, ob hinter dieser Aussage lediglich eine persönliche Äußerung steht oder ob es tatsächlich Einflussmöglichkeiten oder bereits konkrete Überlegungen zur Zukunft des Aasee-Festivals gibt.“

Die Soziale Liste Bocholt betont zugleich, dass sich ihre Kritik nicht gegen das Aasee-Festival als solches richtet. Im Gegenteil: Das Festival soll aus Sicht der Wählergemeinschaft erhalten bleiben und wieder stärker dem ursprünglichen Gedanken „umsonst und draußen“ entsprechen.

„Wir sind nicht gegen das Aasee-Festival. Wir sind dafür, dass es ein Fest für alle bleibt – auch für Familien und Menschen mit kleinerem Geldbeutel“, so Vanessa Jerzykowski-Schulz, stellvertretende Vorsitzende der Sozialen Liste Bocholt.

Die Soziale Liste will deshalb neben der aktuellen Ratsanfrage auch die grundsätzliche Entwicklung des Festivals weiter politisch begleiten.
 

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