Die Soziale Liste Bocholt sieht nach der schriftlichen Beantwortung der Anfrage zum Aasee-Festival 2026 weiterhin erhebliche inhaltliche und politische Unklarheiten. Besonders betroffen sind die geplante vollständige Einzäunung sowie die umfangreichen Zugangsbeschränkungen des Festivalgeländes.
Bärbel Sauer, Stadtverordnete der Sozialen Liste Bocholt, hat die Anfrage zum Aasee-Festival im Haupt- und Finanzausschuss eingebracht. Die schriftliche Beantwortung erfolgte am Donnerstag (16. April).
Fehlendess konkrete Grundlage für weitreichende Eingriffe
Im Mittelpunkt der Kritik steht die fehlende nachvollziehbare Begründung für die vollständige Einzäunung des Festivalgeländes sowie für umfassende Zugangskontrollen und Mitnahmebeschränkungen.
Eine konkrete Sicherheits- oder Gefahrenlage, die diese massiven Eingriffe rechtfertigt, wird weiterhin nicht benannt. Ebenso fehlen dokumentierte Vorfälle oder eine nachvollziehbare Risikoanalyse aus den Vorjahren.
Die Verwaltung stützt sich im Wesentlichen auf zwei Argumentationslinien:
– erhöhte Müllmengen (2024: 1,64 t / 2025: 2,54 t)
– organisatorische Herausforderungen durch Besuchersteuerung und mitgebrachte Gegenstände
Auffällig bleibt zudem, dass ausschließlich die Jahre 2024 und 2025 herangezogen werden. Vergleichsdaten oder eine längere Entwicklung fehlen (2022, 2023), sodass eine sachliche Einordnung der Zahlen nicht möglich ist.
Bärbel Sauer erklärt dazu:
„Die vorgelegten Antworten bleiben sehr allgemein. Eine konkrete Gefahrenlage oder eine belastbare Risikoabwägung, die die weitreichenden Einschränkungen rechtfertigt, ist nicht erkennbar.“
Einzäunung auch des Strandbereichs bleibt unbegründet
Besonders kritisch sieht die Soziale Liste die Einbeziehung des Strandbar- bzw. Strandcafé-Bereichs in die vollständige Einzäunung des Festivalgeländes.
Dieser Bereich wird von einem privaten Gastronomiebetrieb betrieben. Eine differenzierte Begründung, warum auch dieser Bereich zwingend in die Zugangsbeschränkung einbezogen wird, bleibt aus Sicht der Sozialen Liste unzureichend dargestellt.
Vergleich mit anderen Veranstaltungen nicht überzeugend beantwortet
Die Verwaltung verweist darauf, dass bei anderen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt oder dem Weinfest weniger mitgebrachte Gegenstände und Eigenverpflegung üblich seien.
Aus Sicht der Sozialen Liste ersetzt dies jedoch keine nachvollziehbare Sicherheits- und Verhältnismäßigkeitsprüfung, warum beim Aasee-Festival deutlich weitergehende Einschränkungen erforderlich sein sollen.
Stimmen aus der Sozialen Liste Bocholt
Vanessa Jerzykowski-Schulz, stellvertretende Vorsitzende der Sozialen Liste Bocholt, ergänzt:
„Die Eingriffe in die Offenheit des Festivals sind erheblich. Dafür braucht es eine klare und nachvollziehbare Begründung. Diese liegt bislang nicht vor.“
Rainer Sauer, Vorsitzender der Sozialen Liste Bocholt und Mitglied des Bezirksausschusses Ost, betont:
„Wenn Sicherheit und Sauberkeit als Grundlage für solche Maßnahmen dienen, müssen diese auch transparent und nachvollziehbar belegt werden. Das ist hier nicht ausreichend geschehen.“
Unsere Schlussfolgerung
Die Soziale Liste Bocholt kommt zu dem Ergebnis, dass die Beantwortung der Anfrage zwar einzelne organisatorische Aspekte beschreibt, jedoch die entscheidenden Fragen nach Verhältnismäßigkeit, konkreter Gefahrenlage und differenzierter Risikoanalyse unbeantwortet lässt.
Und: Die Soziale Liste Bocholt bekennt sich weiterhin ausdrücklich zu einem offenen und familienfreundlichen Aasee-Festival. Die geplanten Maßnahmen greifen aus Sicht der Sozialen Liste jedoch tief in diesen Charakter ein, ohne dass die Notwendigkeit in dieser Form überzeugend dargelegt wurde.
Hier sind die Antworten zu der Anfrage der Sozialen Liste Bocholt – einfach den Link anklicken:



